Historische Entwicklung Eickels

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Historische Entwicklung Eickels
Die Politische Entwicklung
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Dies ist eine Beschreibung

Eickel ist ein Stadtteil mit in weite Vergangenheit zurückreichender Geschichte. Eickel hat's!, auch auf dem Gebiet der Historie.
Erfahren Sie hier, wie es in und um Eickel ausgesehen hat und wie die Menschen damals lebten.
Über Anregungen und Kommentare zu diesen Geschichtsseiten würden wir uns freuen. Wenn Sie Fotografien von Eickeler Sehenswürdigkeiten und insbesondere Innen- oder Außenaufnahmen von alten Eickeler Geschäften besitzen, würde die Werbegemeinschaft Eickel diese hier gerne präsentieren. Eine kurzfristige Überlassung reicht schon aus.


Wie kann man einen Stadtteil wie Eickel kennen lernen?

Genau, Auto stehen lassen und spazieren gehen! Sich mit offenen Augen umsehen, Hausfassaden und Schaufenster betrachten, registrieren, was es Neues gibt und was verschwunden ist, durch den Park schlendern und sich anschließend im Café oder in der Eisdiele etwas Gutes gönnen.
Früher wurde das in jedem Jahr einmal von der gesamten Bevölkerung gemacht. Es war der "Schnadegang". Und das war beileibe kein Spaziergang, sondern die Festigung der mündlichen Überlieferung von bäuerlichen Rechten und Grundstücksgrenzen. Verstöße dagegen wurden in einem Protokoll festgehalten und Strafen verhängt.
Besonders der Jugend blieben diese Rundwanderungen durch das Dorf und die Felder schmerzlich in Erinnerung. An wichtigen Punkten wurde angehalten und mit Hilfe von kräftigen Schlägen auf das Hinterteil wurden ihnen "unvergessliche" Erinnerungen beigebracht.
Im 21. Jahrhundert kann man diesen Spaziergang auch virtuell machen - und zwar ohne Nebenwirkungen! Sie sind herzlich eingeladen zu einem Rundgang durch Eickel.


Die politische Entwicklung

Ganz ohne Jahreszahlen geht es auch hier nicht. Wer sich für die geschichtliche und politische Entwicklung von Eickel interessiert, kann sich einen chronologischen Kurzüberblick mit der Zeitleiste der geschichtlichen Entwicklung verschaffen.

Der folgende chronologische Überblick soll die Einordnung von stadthistorischen Ereignissen in den Gesamtrahmen der kommunalen Entwicklung erleichtern.

1609/1666
Die Grafschaft Mark kommt an Brandenburg (Preußen).

1808
Nach dem Frieden von Tilsit wird die Grafschaft Mark von Preußen getrennt, an das Kaiserreich Frankreich abgetreten und dem Großherzogtum Berg angeschlossen. Das Großherzogtum Berg (Hauptstadt Düsseldorf) unterteilt sich in vier Departements. Das Ruhr-Departement (Hauptstadt Dortmund) wird aus drei Arrondissements gebildet. Das Arrondissement Dortmund gliedert sich in sechs Kantone. Der Kanton Bochum besteht u.a. aus der Mairie Herne mit den Gemeinden Baukau, Bickern, Bladenhorst, Crange, Eickel, Herne, Hiltrop, Holsterhausen, Horsthausen, Pöppinghausen und Röhlinghausen. Der Kanton Dortmund besteht u.a. aus der Mairie Castrop mit den Gemeinden Börnig, Holthausen und Sodingen (Gysenberg).

1813/1817
Zum Königreich Preußen, Provinz Westfalen, Regierungsbezirk Arnsberg gehören u.a. der Kreis Bochum mit der Bürgermeisterei Herne und der Kreis Dortmund mit der Bürgermeisterei Castrop.

1841/1844
Der Kreis Bochum mit dem Amt Herne umfaßt die Gemeinden Baukau, Bickern, Bladenhorst, Crange, Eickel, Herne, Hiltrop, Holsterhausen, Horsthausen, Pöppinghausen und Röhlinghausen. Der Kreis Dortmund mit dem Amt Castrop umfasst die Gemeinden Börnig, Holthausen und Sodingen (Gysenberg).

01.08.1875
Aus dem bisherigen Amt Herne werden das Amt Herne und das Amt Wanne. Die Gemeinden Bickern (ab 1897: Wanne), Crange, Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen bilden das Amt Wanne. Im Amt Herne verbleiben die Gemeinden Baukau, Bladenhorst, Herne, Hiltrop, Horsthausen und Pöppinghausen. Beide Ämter gehören zum Kreis Bochum.

01.07.1885
Das Amt Herne verbleibt im Kreis Bochum, das Amt Wanne kommt in den neugebildeten Kreis Gelsenkirchen.

01.11.1891
Das Amt Wanne wird in Amt Eickel (mit den Gemeinden Holsterhausen und Eickel) und Amt Wanne (mit den Gemeinden Bickern, Crange und Röhlinghausen) geteilt.

01.04.1897
Das Amt Herne wird aufgelöst. Der Gemeinde Herne wird das Stadtrecht verliehen. Sie verbleibt im Landkreis Bochum. Im Landkreis Bochum entsteht neu: das Amt Baukau mit den Gemeinden Baukau, Bladenhorst, Hiltrop, Horsthausen und Pöppinghausen.

01.04.1902
Das Amt Sodingen wird aus dem Restamt Castrop mit den Gemeinden Börnig, Holthausen und Sodingen gebildet. Die Gemeinde Hiltrop scheidet aus dem Amt Baukau aus.

18.09.1905
Die Gemeinde Crange wird in die Gemeinde Wanne eingemeindet.

01.07.1906
Die Stadt Herne wird kreisfreie Stadt und scheidet aus dem Landkreis Bochum aus.

01.04.1908
Das Amt Baukau wird aufgelöst. Die Gemeinden Baukau und Horsthausen werden in die Stadt Herne eingemeindet. Die Gemeinden Bladenhorst und Pöppinghausen bilden das neue Amt Bladenhorst.

01.04.1910
Die Gemeinde Holsterhausen wird in die Gemeinde Eickel eingemeindet.

01.04.1926
Das Amt Bladenhorst wird aufgelöst. Ein Teil der Gemeinde Bladenhorst kommt zur Stadt Herne. Die Ämter Wanne und Eickel werden aufgelöst und bilden die neue kreisfreie Stadt Wanne-Eickel. Der Landkreis Gelsenkirchen wird aufgelöst.

01.04.1928
Das bisherige Amt Sodingen mit den Gemeinden Börnig, Holthausen und Sodingen wird in die Stadt Herne eingemeindet.

01.08.1929
Eingemeindung von Oestrich und Kray in die Stadt Herne.

01.01.1975
Die Städte Herne und Wanne-Eickel bilden die neue Stadt Herne.


Die Geschichte Eickels

Um 774
In einer Schrift auf Baumrinde aus dem Jahre 774 ist von einer Burg Eclo (Eichenwald) die Rede, zu jener Zeit soll dort, wo heute Eickel liegt, der mächtige Tabo geherrscht und auch über die Gegend des heutigen Gelsenkirchen verfügt haben. (Quelle: Chronilk der Stadt Herne, offizielle Website der Stadt Herne)

Ob es den sagenhaften "Tabo von Eickel" gegeben hat oder ob es sich um einen Lesefehler in einer Grabinschrift handelt, lässt sich heute nicht mehr nachvollziehen.
Wie der Eickeler Superintendent Daniels schrieb, soll dieser jedenfalls in den Jahren vor 800 in den Sachsenkriegen dem Karl dem Großen so erbittert Widerstand geleistet haben, dass dieser unser Gebiet lange nicht erobern konnte.

Die erste schriftliche Überlieferung zu Herne datiert um 880/884. In dem Urbar (Heberegister, Abgaberegister) des Klosters Werden im heutigen Essen sind als Einkünfte im Brukterergau verzeichnet: "In villa haranni berahtwini de manso pleno XXXVI modios ordei octo denarios heriscilling II farine modios et mansionem". - Übersetzt: "Berathwin in Herne, auf einer Vollhufe ansässig, 36 Scheffel Gerste, acht Denare Heerschilling und zwei Scheffel Mehl nach Werden abzugeben und für Beherbergung zu sorgen".

Eickel in der neueren Zeit

Eickel gehörte 1808 während der napoleonischen Zeit zur Mairie Herne, aus der sich die Bürgermeisterei Herne und danach das Amt Herne entwickelten. Am 01.08.1875 wurde das Amt Wanne gebildet, das aus dem Gemeinden Holsterhausen, Eickel, Röhlinghausen, Bickern und Crange bestand. Am 01.11. 1891 wurde das Amt Wanne in das Amt Eickel und das Amt Wanne geteilt. Zum Amt Eickel gehörten die Gemeinden Eickel und Holsterhausen.

Im Jahre 1926 gab Eickel beim Zusammenschluss der Ämter Wanne und Eickel zur neuen Stadt Wanne-Eickel dieser einen Teil ihres Namens und des Stadtwappens. Der "Emscherbrücher Dickopp" lebte im Cranger Teil des Emscherbruchs.
Seit dem Zusammenschluss mit der Stadt Herne im Jahre 1975 ist Eickel ein Stadtteil der Stadt Herne in Bundesland Nordrhein-Westfalen der Bundesrepublik Deutschland.


Historische Gebäude

Ein Mosaik an der Hauswand Herzogstraße / Eickeler Markt zeigt links oben die alte "Eickeler Johanneskirche", die auf dem Eickeler Markt stand, rechts die "Dorneburg", die an der Königstraße /Auf der Dorneburg stand, links daneben die "Burg Eickel" (wie sie ausgesehen haben könnte), die etwa zwischen Königstraße 23 und Hülsmann gestanden hat und "Haus Bönninghausen"  an der Burgstraße / An der Burg.

Der Oberhof

Die älteste Urkunde über Eickel aus dem Jahre 1085 berichtet über den Ankauf des Oberhofes Eickel. Erzbischhof Sigewin von Köln bestätigt dem Abt Hermann und dem Konvent von St. Pantaleon die von ihnen erworbenen vogteifreien Güter, darunter ein Allod in 'Eycklo'. Diese Urkunde soll nach Oppermann Mitte des 12. Jahrhunderts gefälscht worden sein, wobei eine alte echte Urkunde benutzt worden sei. Möglicherweise geht diese Bezeichnung auf einen Flurnamen zurück: 'eck' bedeutet 'Eiche', 'loh' = Wald; demnach war Eickel eine Siedlung im Eichenwald.
Um 1150 wird im Urbar E der Abtei Werden an der Ruhr ein 'Wicbertus in Eclo' genannt. Der Oberhof (curia) 'E (i) kelo' der Abtei St. Pantaleon in Köln wird auch in den Vogteirollen des Stiftes Essen aus der Zeit vor/um 1220 erwähnt. Um 1225 wird im Urbar A von St. Pantaleon in Köln die curtis (= Oberhof) 'Echilo' genannt. Im Schatzbuch der Grafschaft Mark werden im 'Nederampt van Bouckhem (Niederamt Bochum)' im Jahre 1486 in 'Ekell' 36 Hofesnamen aufgezählt.
In der Türkensteuerliste des märkischen Amtes Bochum sind 1542 12 Höfe und 18 Kötter verzeichnet; im Türkensteuerregister von 1598 für das Amt Bochum wird der 'Schulte tho Eickel' neben vielen anderen als Abgabepflichtiger genannt. Im Feuerstättenverzeichnis sind im Jahre 1664 vier Höfe, ein halber Hof und 35 Kötter eingetragen.

Der Schulte

Bei dem Oberhof Eickel war der Schulte über eine große Hofgemeinschaft gestellt; er trieb bei den dem Haupthof Pflichtigen Höfen die Abgaben ein und sprach im Namen des Hofherrn Recht. Leitete der Hofherr selbst die Verhandlung, hatte der Schulte beratende Funktion.
Der Ursprung des Eickeler Schultenhofes geht bis ins Mittelalter zurück. Von 1085 bis 1569 war die Abtei St. Pantaleon Eigentümerin des Hofes. In der Türkensteuerliste von 1542 wird in Eickel "Die Schulte" erwähnt. Im Türkensteuerregister von 1598 wird der "Schulte tho Eickel" genannt. 1873 ging der Hof durch Heirat an den Schwiegersohn Tiedemann über. Nach dem Ersten Weltkrieg erwarb die Stadt das Anwesen.

Die Hofgebäude sind im Laufe der Jahrhunderte an verschiedenen Stellen immer wieder erneuert worden. 1805 wurde das Wohnhaus durch einen Brand zerstört und an der gleichen Stelle, in der heutigen Straße "Schultenhof", erneut aufgebaut.
Dieses Fachwerkhaus wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben und die Reste des Hauses 1947 von einem Sturm zerstört.


   Die redaktionelle Bearbeitung der Eickeler Stadtgeschichte wurde von Ralf Frensel für die Werbegemeinschaft Eickel durchgeführt.